Invasive Neophyten im Sülzetal

Binnensalzstellen bei Sülldorf

Invasive Neophyten im Sülzetal

Im FFH-Gebiet "Sülzetal bei Sülldorf" und in dessen Kulisse wurden bisher vier invasiven Neophytenarten festgestellt: Robinie (Robinia pseudoacacia), Bocksdorn (Lycium barbarum), Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) und Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica).

Das Auftreten dieser Arten ist derzeit lokal begrenzt, so dass die Umsetzung von Bekämpfungsmaßnahmen als erfolgsversprechend eingeschätzt werden kann.

Robinie (Robinia pseudoacacia)

Das Sülzetal ist im Bereich der Ortschaft Sülldorf durch Robinien geprägt. Im Naturschutzgebiet "Salzstellen bei Sülldorf" westlich Sülldorf existiert ein Vorkommen im Bereich eines alten Kalksteinbruchs. Im Randbereich oberhalb des Steinbruchs wurden Robinien durch die Methode des partiellen Ringeln nach BÖCKER und DIRK ("Ringelversuch bei Robinia pseudoacacia - erste Ergebnisse und Ausblicke" 2007) geschwächt. In den Wintermonaten der Jahre 2011 und 2012 erfolgte die Maßnahmenumsetzung. Die Entfernung des Wundkallus wird jährlich wiederholt. Die Vitalität der Bäume wurde deutlich geschwächt. Nach dem Absterben sollen die Bäume entnommen und eine Pflanzung mit standortgerechten heimischen Baum- und Straucharten angelegt werden.

Gemeiner Bocksdorn (Lycium barbarum)

Das Vorkommen des Gemeinen Bocksdorns ist im Wesentlichen auf die Bereiche des Naturschutzgebietes "Salzstellen bei Sülldorf" und dessen Kulisse beschränkt. Als Bekämpfungsmaßnahmen kamen je nach Standort verschiedene Methoden zum Einsatz. Auf mit Rindern beweideten Grünlandflächen wurden die oberirdischen Pflanzenteile entfernt. Aufkommende Stockausschläge sollen durch den Verbiss der Rinder langfristig geschädigt werden. An anderer Stelle wurde nach dem Rückschnitt ein Pflanzenschutzmittel auf die Schnittstellen appliziert und im Anschluss der Standort mit standortgerechten heimischen Gehölzen bepflanzt. Die Standorte werden weiterhin kontrolliert und gegebenfalls die Maßnahmen entsprechend angepasst und wiederholt.

Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Die Bestände des Riesenbärenklaus haben ihre Verbreitungsschwerpunkte in den Ortschaften Langenweddingen und Osterweddingen in der Kulisse des FFH-Gebietes. Beide Ortschaften sind über Fließgewässer bzw. Gräben mit der Sülze und damit mit dem Schutzgebiet verbunden. Die Stauden wurden vorrangig direkt an den Gewässerufern und auf angrenzenden Grünlandflächen, Gartenbrachen oder in Parks lokalisiert. Bei Wahl der Bekämpfungsmethoden sind die Standortbedigungen und die Gewässernähe entscheidend. Auf landwirtschaftlich genutztem Grünland, in Gartenbrachen und in Parks ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln eine effekive Methode. Die Ausbringung der chemischen Stoffe erfolgt über ein tragbares Spritzgerät oder via Dochtstreichmethode, bei welcher das Mittel direkt auf die Blattoberfläche appliziert wird. In Bereichen mit direkter Gewässernähe ist der Wurzelstich ein probates Mittel. Hierbei wird die Pflanze in ca. 10 cm Bodentiefe gekappt. Entscheidend ist bei allen Maßnahmen der zeitige Umsetzungsbeginn, das heißt, solange die Stauden in Abhängigkeit von der jeweiligen Methodenwahl, entweder als Keimlinge, Jungpflanzen oder bei Adulten des 2. Jahres als frischer Sprossaustrieb anzutreffen sind und weder Blüten- oder Samenstände gebildet wurden. Eine Mahd der Stauden führt zur Ausbildung von Notblüten und ist daher als effektive Bekämpfungsmethode unseres Erachtens nicht zu empfehlen. Eine fortwährende Kontrolle der Standorte ist sowohl während der Vegetationsperiode als auch in den Folgejahren zwingend notwendig, da die hohe Keimfähigkeit der Bodensamenbank über viele Jahre erhalten bleibt.

 Japanischer Staudenknöterich (Fallopia japonica)

Das Vorkommen des Japanischen Staudenknöterichs ist auf einen Standort in der Kulisse des Naturschutzgebietes "Salzstellen bei Sülldorf" begrenzt. Die Staude wurde zunächst oberirdisch zurückgeschnitten.  Die in Folge frisch ausgetriebenen Pflanzenteile wurden mit Pflanzenschutzmittel behandelt. Eine Kontrolle des Standortes ist weiterhin erforderlich.

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Weitergehende Informationen zu Neophyten in Sachsen-Anhalt finden Sie auch auf korina.info